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Asteroid Deira bedeckt Stern im Krebs

Am 6.5.2021 bedeckt gegen 23:00 MESZ der Asteroid Deira (1244) den Stern VZ Cancri (Sternbild Krebs) für 1,45 Sekunden. Ein besonderes astronomisches Ereignis, weil über eine Entfernung von 300 Millionen Kilometer in der Klostersternwarte der Durchmesser des Asteroiden auf 500 m genau bestimmt werden kann!

Das obige Bild, das vom Bright Ideas Observatory mit Hilfe von GoogleMaps zur Verfügung gestellt wird, zeigt den sogenannten Pfad der Bedeckung des 7,7 mag hellen Sterns durch den Asteroiden Deira, der 100-mal lichtschwächer ist. Die Klostersternwarte liegt etwa 8 km von der Zentrallinie entfernt. Bei einem bisher bekannten Durchmesser von 31,8 km müsste also eine Bedeckung in der Klostersternwarte zu beobachten sein (wenn denn das Wetter mitspielt...🤔).

Jedenfalls konnte Deira (die Nummer des schon im Jahre 1908 entdeckten Asteroiden ist 1244) schon am Abend des 2.5.2021 gut beobachtet werden:

Klostersternwarte Deira 1244 20210502 2018UT

Die Auflösung (FWHM) des Bildes, das auf den Asteroiden "eingefroren" wurde, ist mit 1,5 Bogensekunden sehr gut. Damit ist seine Position und Bahn sehr gut bekannt. Innerhalb einer Minute wandert Deira mit 0,88" über den Sternenhimmel und wird am 6.5. den Stern VZ im Sternbild Krebs für nur 1,45 Sekunden bedecken. Das heißt umgekehrt: ein 30 km großer Asteroid in 300 Millionen km Entfernung von der Erde erzeugt eine Verfinsterung des Sternes für eine kurze Zeit in Münsterschwarzach.

Klostersternwarte HIP 42594 20210502 1933UT 1000x20ms
VZ Cancri ist mit 7,7 mag dabei etwa 100 mal heller als der Asteroid. Damit kann der Stern sehr kurz belichtet werden. Dies gelang auch am 2.5.2021 schon mit 20 Millisekunden! Das Bild links ist eine Mittelung von knapp 1000 Bildern, die innerhalb von 20 Sekunden aufgenommen wurden. Der Zeitstempel oben im Bild zeigt dabei die Sekunden unscharf.

Mit diesen kurz belichteten Aufnahmen des Sternes können während der Zeit der Verfinsterung eine Auflösung des Asteroiden besser als 500 m erreicht werden: 31,8 km / 72 Bilder ≈ 440 m. Wenn man den Abstand von 300 Millionen Kilometer bedenkt wird deutlich, weshalb Sternbedeckungen durch Asteroiden oder auch Planeten etwas ganz besonderes für Astronomen sind: mit ihrer Hilfe kann auf große Distanzen sehr kleine Abmessungen sehr genau vermessen werden!

Noch ein Blick auf die Wettervorhersage zum Ereignis: Alle, ja, alle (!) verfügbaren Wettermodelle sagen ergiebigen Regen für Münsterschwarzach in der Nacht vom 6.5. auf den 7.5. voraus. Hoffentlich haben die Feldfrüchte und der Wald wenigstens etwas von den vorhergesagten Wolken!

Die Beobachtung fiel leider Wolken und Regen zum Opfer. Oder etwas lakonisch formuliert: nicht nur der Asteroid bedeckte den Stern, sondern auch irdische Wolken!

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