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Zwei neue Asteroiden bestätigt

Am Abend des 27.10.2020 konnten durch die Klostersternwarte zwei gerade neu entdeckte Asteroiden bestätigt werden. Während das Objekt "2020 UM6" relativ einfach und mehr Routine war, handelte es sich bei "2020 UQ6" um einen besonderen Kandidaten: er war zuvor nur von einer Sternwarte in Japan beobachtet worden.

Die Bezeichnung von neu entdeckten Körpern bei den Asteroiden geht in einem mehrstufigen Verfahren. Zunächst werden neu entdeckte Objekte in eine Tabelle beim Minor Planet Center eingetragen. Diese Tabelle enthält Informationen darüber, wie hell ein Objekt ist, die Koordinaten (mit einer Bahnberechnung), wann die letzte Beobachtung gemacht wurde und hat eine vorläufige Bennenung, die im Grunde völlig frei ist. Meist folgt sie aber einer Systamatik: die erste(n) Buchstaben geben einen Hinweis auf die Beobachtungsstation, die weiteren beinhalten das Datum in Hexzahlenformat und dann noch gegebenenfalls eine fortlaufende Nummer. Diese Bezeichnung ist gefragt, wenn es um Beobachtung zur Bestätigung des Körpers geht.

An diesem Punkt kommen die Beobachtungen der Klostersternwarte ins Spiel. Die Wahrscheinlichkeit einer Erstbeobachtung ist äußerst gering, da viel größere Teleskope jede Nacht den Himmel nach neuen Objekten förmlich abgrasen. Alles, was in der Nähe der Erde vorbei kommt und größer als ein Haus ist, wird sicher von diesen Stationen erfasst - es sei denn, es kommt direkt aus der Richtung der Sonne oder steht dem Mond zu nahe. Aber die Bestätigung von diesen Erstbeobachtungen ist gut möglich. Richtig spannend wird es, wenn es sich um ganz frisch entdeckte Objekte geht.

Am 27.10.2020 war ein solches Objekt nur von der Japanischen Sternwarte Tokyo-Kiso beobachtet worden. Die Helligkeit von 15 mag ist sehr hell - die oben erwähnten "Rasenmäher" hatten das Objekt in den Nächten zuvor offensichtlich nicht gesehen. Obwohl das mit provisorisch "TMG0028" bezeichnete Objekt über vier Stunden beobachtet wurde, waren zwischen Tokio und Münsterschwarzach keine Astronomen aktiv geworden, um nachzuschauen, was da sich am Himmel bewegt. Entweder war schlechtes Wetter oder, was auch möglich ist, die Helligkeit irritierte. Meist handelt es sich bei Objekten um 15 mag und heller um fehlerhafte Meldungen, die von der Elektronik der Kamera am Teleskop herrühren.

So war die Skepsis groß, als das Teleskop der Klostersternwarte auf "TMG0028" gerichtet wurde, denn es gab nur acht Beobachtungen der Station in Tokio! Zudem stand das Objekt sehr tief am Osthorizont, es bewegte sich sehr schnell am Himmel, sodass die Belichtungszeit nur 2 Sekunden betragen durfte, und zu all dem zogen schon im Westen die ersten Wolken auf. Es galt also in alle Richtung schnell zu sein.

Auf dem ersten Blick war auf den Aufnahmen nichts auffälliges, aber als dann die angegebene Bewegung von "TMG0028" einbezogen wurde, war der Körper sofort auf den Summenbildern zu sehen. Nachdem der Ort klar war, konnte "TMG0028" auf jeder neu gemachten Einzelaufnahme verfolgt und vermessen werden. Nachdem die Wolken im Osten angekommen waren, wurden die Daten verglichen und bestätigten im Gesamt die japanischen Daten zu einer sinnvollen Bahn. Es folgte eine Mail zum Minor Planet Center, die auch gleich veröffentlicht wurde.

Tags darauf fanden sich schon viele neue Messungen und Klarheit darüber, dass da ein relativ großes Objekt gefunden wurde: ca. 100 m im Durchmesser gab die ESA an. Die Minimaldistanz zur Erde wurde mit unter 700.000 km aus den Bahndaten berechnet. Puh! das ist schon ziemlich nahe, weniger als die doppelte Monddistanz für ein so großes Objekt! Aber in den nächsten 500 Jahre wird es wohl nicht auf den Kopf fallen!

Hier ein Video der Bewegung des Asteroiden über den Sternhintergrund:

 

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