Seminar Instrumente der Erkenntnis in Astronomie und Glaube
Vom 20.-22. Februar 2026 fand im Gästehaus das Seminar zu "Instrumente der Erkenntnis in Astronomie und Glaube" statt. Susanne Hüttemeister und Daniel Fischer waren wieder für den astronmischen Teil verantwortlich und P. Christoph für den philosophisch-theologischen. Spannend war nicht nur die Gegenüberstellung der beiden Bereiche, sondern auch ihre Verbindungen.
Der Einstieg am Freitagabend bildete ein Rundumgang unserer Sinne und Sinneswahrnehmungen mit dem Schwerpunkt auf das Sehen. Parallel dazu wurde ein erster Einblick zu den Grundlagen und Möglichkeiten der Erkenntnis vom Glauben gegeben. Die Hoffnung auf eine praktische Beobachtung am ersten Abend hatte sich leider nicht erfüllt und die Aussichten für Samstag waren äußerst trübe, sodass wir mehr auf astronomische Instrumente im Laufe des Samstags abstellten.
Dem folgenden Vormittag war zunächst der historische Rückblick auf die astronomischen Instrumente gewidmet. Der Zeithorizont spannte sich von den Megalith-Kulturen bis hin zu den Erfindung des Teleskops mit Linsen bzw. Spiegeln. Die umfassende Darstellung mit neuesten Erkenntnissen lieferte uns Susanne und Daniel. Die Abrundung des Vormittags bestand in Parallelen der Wege, wie man zu Erkenntnissen kommt in Astronomie und Glaube. Dabei stand die Demut am Ende als positiver Zugang: die Wirklichkeit so zu akzeptieren, wie sie ist. Egal ob es die eigenen Forschungen und Theorien betrifft, oder ich meine persönliche Wirklichkeit sehe und annehme, wie sie ist.
Am Nachmittag schlug die Stunde der Philosophen: Platon mit seinem Höhlengleichnis und darauf folgte Aristoteles mit seinen logischen Wegen zur Erkenntnis. Beide üben noch immer einen enormen Einfluss bis heute aus. Diesen Einfluß verfolgten wir über den Kirchenvater Augustinus, der aber den Glauben als wesentlichen Bestandteil zu wahrer Erkenntnis hinzu nimmt. Benedikt gab mit seiner Regel die Erkenntnisformen in Gemeinschaft mit hinzu. Miteinander sprechen ist eine fundamentale Weise, um zu Entscheidungen zu kommen. Hinzu kommen in der geistlichen Tradition die Meditation, das Gebet und die Heilige Schrift als Quellen, deren psychologisch-neurologischen Hintergründe wir in einem Seitenblick betrachteten. Abgerundet wurde dieser Teil durch Grundregeln und geistlichen Bausteinen, um die Echtheit von Einsichten zu überprüfen.
Nach einer Pause widmeten wir uns den weiteren, astronomischen Instrumenten bis in die Gegenwart hinein. Dabei wurde das ganze elektro-magnetische Spektrum bepielt und vom Neutrino-Observatorium unter dem Eisschild der Antarktis ging es hoch hinauf zu ALMA, um Mikrowellen zu empfangen. Gravitationswellen durften ebensowenig fehlen, wie die neuesten Bilder des JWST-Teleskop von weit hinter dem Mond. Ganz weit draußen funken noch immer die Voyager-Sonden ihre Signale aus dem interstellaren Medium zu uns, womit wir bei einer Signal-Laufzeit von fast einem Tag angekommen waren.
Am Abend kamen die neuesten Entwicklungen im Instrumentenbau und der Ausblick auf die Zukunft zur Sprache. Parallel dazu schauten wir uns Erkenntniswege bei Paulus im ersten Brief an die Korinther an, fragten bei Benedikt und seiner Regel nochmals genauer nach, wie er mit seinen Brüdern zu geistlichen Entscheidungen kommt. Schauten bei Johannes Kepler und Georges Lemaitre über die Schultern, wie sie ihre naturwissenschaftlichen Forschungen mit ihrem Glauben in Einklang brachten und schloßen den Abend mit Karl Rahner und seiner Sichtweise der zentralen Bedeutung der eigenen Erfahrung bei der Weitergabe von Glaubensinhalten.
Die schon traditionelle naturwissenschaftlich-philosophisch-theologische Fragerunde am Sonntagmorgen schloß das Seminar ab. Wenn auch ohne Beobachtung unter dem Sternenhimmel - dennoch waren die Teilnehmenden hoch zufrieden (aus einer Mail, die an P. Christoph ging):
"Lieber P. Christoph,
vielen Dank für Zusendung der Vorträge, es war wieder ein wunderbares Seminar.
Es war wieder ein Feuerwerk an Informationen von der Antike bis zur Gegenwart, wo ich immer wieder gemerkt habe, ah, jetzt hab ich was besser verstanden.
Auch die Gespräche zwischen den Vorträgen sind in diesem Rahmen immer spannend und bereichern auch meinen Glauben."