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Mars mit zwei Teleskopen beobachtet

Mit befreundeten Astronomen herrscht immer wieder ein reger Austausch. Was liegt näher, als miteinander beobachten? Die Corona-Beschränkungen ziehen enge Grenzen. Vorteil ist allerdings, dass alles an der frischen Luft geschieht und dass man nicht gleichzeitig durch ein Teleskop schauen kann - so ist der Abstand immer gewahrt!

Am 14.11.2020 waren die Bedingungen für ein solches Treffen perfekt: klarer Himmel mit guter Transparenz und bestem Seeing boten die Gelegenheit für eine Planetenbeobachtung. König des Abendhimmels ist noch immer Mars. Aber auch Uranus als Juniorpartner durfte nicht fehlen. Jupiter und Saturn waren gegen 20 Uhr schon zu tief und nur noch knapp über dem Horizont. Venus und Merkur kamen erst am nächsten morgen ab 5 Uhr bzw. 6:30 Uhr  zu ihrer Sichtbarkeit.

Zunächst beobachteten wir Mars in einem 25 cm ACF-Spiegelteleskop, das sich durch seine kurze Bauweise und der relativen langen Brennweite von ca. 2.600 mm auszeichnet. Nach ersten Eindrücken von Mars im Zoom-Oku, das wir gut bis 300x ausreizten, wurde die Kamera eingesteckt und die erste Bildserie gestartet. Noch war das Seeing nicht wirklich gut.

Nach einem abendlichen Snack im Wohnzimmer legten wir eine weitere Serie nach. Mars stand nun schön hoch und auch die Luft war wieder besser geworden. Über uns spannte sich strukturiert die Milchstraße und nebenbei warf Uwe den ein oder anderen Blick im Übersichtsokular am 8" Dobson, der quasi als Pausenfüller fungierte, auf Galaxien rund um Pegasus. Die Durchsicht war sehr gut und M31 zeigte seine Staubbänder. P. Christoph drehte an den Reglern und bearbeitete das Laptop - er war quasi auf dem Gartenstuhl "gefesselt".

Nun wurde umgebaut. Der FLT-Refraktor nahm auf der SXD2 platz (im Vorschaubild der Nachricht) und wurde auf das Zielobjekt gesteuert. Ein direkter Vergleich ist immer interessant. Im 10"er erscheint Mars natürlich aufgehellt und in den Farben und Kontrasten nicht ganz so knackig, die größere Öffnung mit mehr Brennweite zeigt jedoch ein schönes großes Planetenscheibchen mit feinen Einzelheiten.
Am 135 mm Refraktor steigerten die Vergrößerung von 6mm (180x) über 4mm (270x) zum 3,5mm Nagler (310x) ... und wir wollten noch mehr, denn das Bild war fantastisch. Tolle Feinheiten um die Polkappe und zarte Grauabstufungen zwischen den Dunkelregionen überzeugten uns. Die Planetenscheibe zeigte eine tolle orange-rote Färbung (viel kräftiger als im ACF), und blickweise blieb uns einfach die Spucke weg. Was tun? "Komm wir stecken mal die Barlow rein und schauen, was wir ausreizen können!", meinte Christoph. Mit dem 6 mm Ortho schossen wir über das Ziel hinaus, konnten dann aber mit 7mm und .... ja irgendwo Richtung 3fach... landeten wir bei einer Vergrößerung von geschätzten 370x. Der Apo war der Knaller! Als Planetengerät ist und bleibt er unschlagbar.

Klostersternwarte Uwe Xoph Mars 141120

Wir waren echt begeistert und die Zeit schritt fort. Nach der Serie wurde noch einmal umgebaut - nicht dass vielleicht das bessere, spätere Seeing den Unterschied ausmachen sollte. Gefühlt brachten dann die Fotos mit dem SC keine Steigerung mehr und die Luft war gefühlt auch nicht noch ruhiger geworden.

Klostersternwarte Uranus 224851 141120 RGB
Damit war endlich Zeit, Uranus ins Bildfeld zu rücken. Innerhalb kurzer Zeit war auch der grün-blaue Gasplanet ins Zentrum des Bildfeldes der Kamera gerückt. Die Aufnahme zeigt aber ein mehr strukturloses Scheibchen von gerade mal 4 Bogensekunden. Gegenüber Mars nicht gerade ein "Hingucker", mehr also der Vollständigkeit halber.

Ein Absacker wollte dann aber doch noch visuell angesehen werden. NGC 891 war der Kandidat - Mit Staubband natürlich. Am Besten im 22mm Nagler. Es war nun gegen 23:30 Uhr und der Orion lachte hinter dem Haselnussstrauch von Uwes Vorgarten hervor. Den Orionnebel nahmen wir dann doch noch mit, bevor wir voll von den wunderbaren Eindrücken des Abends zusammen packten.

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