Ein Komet im Helligkeitsausbruch: 220P

Der Komet 220P, der vom australischen Astronomen Robert H. McNaught in 2004 entdeckt wurde, hatte am 31. Mai 2026 einen Helligkeitsausbruch um das mehr als 1000-fache. Normalerweise ist er recht lichtschwach und selbst im mittleren Teleskop nicht zu sehen...
Als ich die Nachricht davon las, dachte ich mir: da wird er doch leicht zu sehen sein! Doch weit gefehlt - für Münsterschwarzach. Leider ist seine Bahn sehr ungünstig für Deutschland und er befindet sich in der frühen Dämmerung noch tief am Osthorizont. Schnell wird es heller und der Komet gewinnt wenig an Höhe, sodass er in der Morgendämmerung unsichtbar wird.
Am frühen Morgen des 6. Juni 2026 gelang es mir den Kometen 220P in nur 11° Höhe zu fotografieren. Dabei ist der Ionen-Schweif des Kometen deutlich zu erkennen. Die Helligkeit des Kerns konnte zu 10.9 mag bestimmt werden, was noch immer eine 500-fachen Helligkeit von Mitte Mai entspricht. Allerdings konnte dabei nur der Kernbereich erfasst werden. Beobachtungen erfahrener Kometenbeobachter gaben für den 6. Juni immerhin 9,5 mag an.

