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Seminar: Wir sind Sternenstaub

Pünktlich zum Seminar "Wir sind Sternenstaub" im Gästehaus der Abtei Münsterschwarzach gab es in der Nacht die ersten Blicke in den Sternenhimmel: gegen Mitternacht wurden die Sterne über der Abteikirche sichtbar und Daniel Fischer konnte den kleinen Bären fotografieren.

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Begonnen hat der Kurs am Abend des 4.2.2022 mit einem Einblick in die verschiedenen Arten von Schöpfungserzählungen mit dem Schwerpunkt auf der ersten Schöpfungserzählung im ersten Kapitel der Genesis durch Christoph Gerhard. Danach sind wir nicht ein Produkt des Zufalls oder gar kosmischen Unfalls eines Götterkampfes, sondern Gott hat die Welt geschaffen, weil er es so wollte - und er hat sie gut, ja sehr gut geschaffen! Im Lesen der Bibel finden sich immer wieder andere Schöpfungserzählungen bis hin zum Ende der Schöpfung. Das Ende ist aber nicht ein Zerfallen ins Nichts, sondern sie wird von und in Gott vollendet. Gott steht am Anfang und am Ende seiner Schöpfung, wie er es nur auf seine Art und Weise sein kann.

Am Anfang des Samstagmorgens begann Daniel Fischer mit einem Überblick zum Ursprung des Satzes "Wir sind Sternenstaub". Unzählige Lieder spielen mit dem Satz, der ursprünglich von einem Astronomen in den 1920er Jahren geprägt wurde. Im Anschluss begann Susanne Hüttemeister mit einem Überblick, wo der Sternenstaub im Universum vorkommt: zwischen den Sternen, in den Galaxien und wir ihn auch in unserer eigenen Milchstraße beobachten können.

Der nächste wichtige Schritt für den Sternenstaub ist seine Entstehung in den Sternen. Wie aus Wasserstoff und Helium immer schwerere Elemente werden und welche Rolle dabei die größeren und die kleineren Sterne spielen. Das Ende der Sterne ist der nächste Schritt, in denen schwerere Elemente entstehen. Die verschiedenen Arten von Supernovae spielen dabei eine wichtige Rolle. Anschließen ging es richtig ans "Eingemachte" der Kernphysik, als die speziellen s- und r-Prozessse beim Einfang von Neutronen in den Atomkernen Thema waren, da sie schwerere Atomkerne als Eisen erzeugen. Wann, welcher Prozess dominiert und wie sie zur Bildung der schwereren Elemente beitragen war der Abschluss dieses Kapitels.

Als letzte wichtige Quelle gilt die Verschmelzung von zwei Neutronensternen, auf dessen Spur die Astronomen erst vor etwa fünf Jahren kamen, als sie durch ein Gravitationswellensignal darauf aufmerksam wurden. Die Nachverfolgung dieses Signals in allen möglichen Wellenlängen zeigte erst das ganze Potential einer sogenannten "Kilo-Nova" auf für die Bildung der ganz schweren Atomkerne.

Anschließend und am Samstagnachmittag folgte in den Vorträgen von Susanne Hüttemeister und Daniel Fischer die Bildung von Planeten aus den anfänglich kleinen Staubpartikeln bis hin zu den Gas- und Gesteinsplaneten. Wie sich in der Forschung die Bildung des Lebens darstellt war der Abschluss des naturwissenschaftlichen Teils des Wochenendes.

Der Übergang zu den philosophisch-theologischen Teil ergab sich daraus nahtlos: was ist der Mensch in einem solch unendlich erscheinenden Kosmos? Ansätze aus den Schöpfungserzählungen, - die ja immer Beziehungsgeschichten zwischen den Menschen untereinander und Gott sind und deren Herangehensweise an die Wirklichkeit grundsätzlich verschieden von der naturwissenschaftlichen Methode sind - Texte aus den Psalmen und anderen biblischen Erzählungen, zeigten die Vielfalt der Menschenbilder in der Bibel. Der Mensch ist Stellvertreter Gottes in der Schöpfung. Er ist aber auch "nur ein Hauch". Der Mensch kann nicht alleine leben, er ist auf Beziehung, Gemeinschaft angelegt. Er ist groß und mächtig und gleichzeitig schwach und hinfällig. Täter und Opfer zugleich. Glaubender und "Frevler", wie es die Bibel nennt. Einerseits sind wir Menschen ein Nichts in diesem großen Universum und gleichzeitig erkennen wir seine Gesetze und Größe. Der Mensch - er ist nicht in eine Antwort zu fassen.

Am Abend folgte die Beobachtung an der Sternwarte mit der Teilnehmergruppe am Abend (siehe zweite Nachricht zum Seminar mit Bildern):

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(Fortsetzung folgt!)

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