Die Rothenfelser Sternstunden 2020

Sie standen vom 14.-16.2. unter dem Thema "Farben des Weltalls". Das Weltall erstrahlt in erstaunlichen Farben. Das ist einerseits wunderschön für uns Menschen und erlaubt uns andererseits aber auch, die farbigen Objekte besser zu verstehen. Wie entstehen also die Farben? Was ist Farbe überhaupt? Und was lernen wir daraus über die Natur unseres Universums?

Es begann am Freitagabend mit einem farbenfrohen Vortrag von Benjamin Knispel zu "Licht und Farbe in der Natur". Er brachte seine zahlreichen Aufnahmen zu den farbigen Phänomenen in unserer Erdathmonsphäre mit.

Regenbögen, Dämmerung, Sonnenaufgänge, Halos, Polarlicht, Grüne Blitze und vieles mehr zeigen uns was in der Luft unserer Erde los sein kann: besondere Eiskristalle, runde (und nicht ganz runde) Regentropfen, Staub und Rauch bis hin zu angeregten Atomen. Sie lösen Halos, Bögen, Regenbogen, Nebensonnen, irisierende Wolken bis hin zu den faszinierenden Polarlichtern. Ganz wichtig ist schlichtweg zu wissen, was man sehen kann - und hinschaut!

Beobachtung in der Nacht

Susanne Hüttemeister und Daniel Fischer führten am Samstagvormittag in die Physik des Lichtes und der Farben ein. Sie gaben Antworten auf Fragen wie: Was ist Licht eigentlich? Und wie entstehen Farben? Der "kleine" Blick auf die Theorie zeigte, welche Eigenschaften das Licht hat und wie es charakterisiert werden kann. Wichtig ist dabei die Zerlegung des Lichtes in seine Farben – oder Wellenlängen. Nachvollzogen wurde das theoretische Wissen am Beispiel der hellsten und bekanntesten Lichtquelle: Unserer Sonne.

Hier kam Martin Fischer mit seinem "Star-Analyzer" bzw. "DADOS-"Spektrographen (ein ganz feines Gitter mit 200 Linien pro Millimeter) ins prakitsche Spiel des Seminars. Es wurde das Tages-, Sonnenlicht in sein Spektrum zerlegt und analysiert. Besonders auffällig: die Absorptionslinien der Sonne und der irdischen Atmosphäre. Für die dahinter liegende Physik wurden auch spezielle Lampen, die mit Wasserstoffgas, Natrium, Quecksilberdampf gefüllt waren, mit dem Spektrographen untersucht.

Klostersternwarte Sternstunden BurgRothenfels 20200215MF

Nach der harten Naturwissenschaft führte P. Christoph in die Farbenwelt des Menschen und ihren wechselnden Bedeutungen ein. Farben an sich gibt es für uns Menschen nicht, sondern nur Farbempfindungen. Je nach Helligkeit, Mischung und Kontrasten können sich Farben ineinander verwandeln und ganz verschiedene Bedeutungen haben. Farben sind nicht nur ein physikalisches Phänomen, sie haben kulturelle Bedeutungen und sie führen ins Göttliche ein.

Am Abend beobachteten wir teils durch Wolken und ein wenig gestört durch die Burbeleuchtung Spektren von Sternen, was viele in eine ganz neue Welt einführte. Dazu baute Martin Fischer seinen Refraktor auf, der vor dem Okular mit einem optischen Gitter bestückt war. Ein Miauchy-Binokular und zahlreiche Feldstecher ergänzten das Instrumentarium. Es blieb sogar Zeit in die Deep-Sky Welt von Orion-Nebel, Andromedagalaxie und hellen Sternhaufen, wie den Plejaden abzutauchen.

Die Farben der Sterne und Nebel im Universum wurden anschließend in einer abendlichen Runde von Susanne Hüttemeister und Daniel Fischer in akribischer Weise in allen den Astronomen zur Verfügung stehenden Wellenlängen ein- und vorgeführt. Farben satt - für die nächtlichen Gespräche im Keller.

Am Sonntagmorgen schließ sich noch die Philosophenmatinee mit den letzten Fragen zu den Farben des Universums an und die 50 TeilnehmerInnen dürften angefüllt und zufrieden die Burg Rothenfels wieder verlassen haben. Einige planen schon die nächsten Sternstunden Anfang Oktober 2021...

Unter den Links: Ein Bericht und Bilder von Daniel Fischer.

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