Reaktivierung einer Schmidt-Kamera (3)

Nach zweier Beiträge zum Umbau einer Schmidt-Kamera folgt nun der Abschluss. Die historische Kamera wurde in unserer Goldschmiede auf digitale Kameratechnik umgebaut. Die letzte Serie von Bildern sind ermutigend gewesen, obwohl sie unter dem unbeständigen Wetter bei der Aufnahme litten.

Das Fokussieren der Kamera mit einem Öffnungsverhältnis von f/1,65 und einer Brennweite von 230 mm blieb eines der Hauptbrobleme. Nicht nur, dass der Fokus nur um ±17 Mikrometer abweichen darf, sondern die Sterne zeigten beim genauen Hinsehen noch deutliches Koma. Der Einsatz eines Justierlasers bei der korrekten Ausrichtung des Kamerahalters brachte einen Schritt weiter, aber die Sterne blieben dennoch leicht dreieckig.

Abhilfe schuf nun hier eine etwas unorthodoxe Maßnahme: die Korrekturplatte der Schmidt-Kamera wurde um wenige Millimeter schräg gestellt zur optischen Achse. Das ist zwar eigentlich nicht richtig, zeigte aber in der Praxis eine deutliche Verminderung der Koma - ohne dass die Schärfe im Gesamtbild darunter litt. Interessant, was der Erfinder der Kamera Bernhard Schmidt dazu sagen würde!

Finaler Zusammenbau

Mit der schon erwähnten CMOS-Kamera QHY178C mit 2,4 µm Pixelgröße, 3000 x 2000 Pixeln, ergeben sich in etwa 2° in der Bilddiagonale. Das ist noch recht ordentlich, wenn man die Brennweite von 225 mm bedenkt. 14 mag Sterne werden bei gutem Himmel innerhalb einer Sekunde Belichtungszeit erreicht. All das macht Teleskop zu einem hervorragenden Reiseinstrument.

In der Galerie unten sind einige neue Aufnahmen aus den letzten Monaten zusammen gestellt. Die Rotempfindlichkeit der Kamera dürfte noch etwas höher sein.
- Kugelsternhaufen M15, Offener Sternhaufen NGC 752,
  und der Wasserstoffnebel Nebel NGC 281
- Die Galaxie M33, der Hantelnebel M27, der Mond

Ein Jupiterbild mit seinen Monden musste noch einfach versucht werden. Es ist dreifach vergrößert und hat zeigt Auflösung von mindestens 6", was etwa 2,5 Pixel der Kamera entspricht. Deutlich sind die Größenunterschiede der Monde zu sehen. Von links nach rechts sind es: Kallisto, Europa, Ganymed, Jupiter und Io.

Die neuesten Aufnahmen zeigen eine verbesserte Bildefinition der Schmidt-Kamera über das ganze Bildfeld. Die Sterne selbst sind wesentlich runder. Das Scharfstellen ist bleibt eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Das Drehen am Dreh-Fokusser um wenige Grad zeigt sehr schnell den (Miss-)Erfolg am Live-Bild.

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