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KNA-Interview über mögliches Leben im All

Gibt es außerirdisches Leben? Die Wissenschaft ist sich nicht sicher. Forscher machten eine bahnbrechende Entdeckung. Ein Planet bietet ähnliche Bedingungen wie die Erde. Im Gespräch mit Christian Michael Hammer von der Katholischen-Nachrichten-Agentur habe ich versucht, diese Frage aus christlicher Sicht zu beantworten (© KNA). 

"Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis." Mit diesem Satz beginnt jede "Star Wars"-Episode, der wohl erfolgreichsten Science-Fiction-Reihe. Leben im All - für viele eine faszinierende Vorstellung. Die nun mit dem erdähnlichen Planeten K2-18b Anlass zu neuen Spekulationen gibt. Ein Forschungsbefund, der auch Pater Christoph Gerhard aufhorchen lässt. Der Benediktiner ist Astronom und beobachtet den Weltraum von der Klostersternwarte Münsterschwarzach in Franken.

Weiteres Leben im All? Für den Experten durchaus denkbar: "Bei möglichen Außerirdischen könnte ich mir auch vorstellen, dass sie auf ihre Weise zu einer spirituellen Erfahrung in der Lage sind." Die gerade entdeckte sogenannte Supererde biete aber nicht die besten Bedingungen, "damit da wirklich was leben kann". In der Astronomie gebe es mindestens 20 gute Gründe gegen mögliches Leben auf dem jetzt untersuchten Exoplaneten. Wie die Eigenschaften seiner Sonne: Der rote Zwergstern ist sehr aktiv und der Planet dadurch wahrscheinlich erhöhter Strahlung ausgesetzt.

"Selbst wenn es etwas gäbe, wird es angesichts der kosmischen Distanzen mit dem Beweis schwierig: Es würde vier Lichtjahre dauern, allein zu den nächsten Sternen ein Signal zu senden." Die Antwort käme auch erst wieder nach weiteren vier Jahren. Eine Kommunikation könne praktisch nicht stattfinden. Zudem müsse das dortige Leben auch intelligent sein. "Unsere Kultur macht nur einen Wimpernschlag in der Erdentwicklung aus. Auf der Partnererde müsste es diesen Wimpernschlag zeitgleich geben."

Naturwissenschaft nähert sich laut Pater Gerhard solchen und anderen Phänomenen mit einem objektivem Anspruch. Der Glaube hingegen habe eine subjektive Herangehensweise. Es sei Sache des Einzelnen, beides miteinander zu verbinden, meint der Ordensmann. Ihn selbst bringe das Weltall immer wieder zu der Frage, woher dies alles komme. Oft blickt er vor dem Morgengebet "gegen vier" bei sternenklarem Himmel ins Firmament und macht sich seine Gedanken über Gott und die Welt. Für ihn ist klar, "dass es da einen Schöpfergott dahinter geben muss, der sagenhaft genial ist".

Möglich wurde der aktuelle astronomische Sensationsfund durch das Hubble-Teleskop im All. Die Supererde K2-18b kreist um einen Zwergstern im Sternbild Löwe, rund 110 Lichtjahre von der Erde entfernt. Er hat die achtfache Masse und mehr als den doppelten Durchmesser der Erde, wie das Forscherteam um Angelos Tsiaras und Ingo Waldmann vom University College London im Fachblatt "Nature Astronomy" berichtet. "Wir können nicht daraus schließen, dass sich flüssiges Wasser auf der Oberfläche des Exoplaneten befindet, aber ich denke, dass dies sehr gut möglich ist", betont Teammitglied Giovanna Tinetti.

Wasser wurde bereits auf anderen Planeten, etwa dem Mars, nachgewiesen. Dennoch lohnen sich den Forschern zufolge weitere Untersuchungen. Wahrscheinlich sei der Planet nur die erste von zahlreichen ähnlichen Welten. Diese sind aber in weit, weit entfernten Galaxien beheimatet - "Star Wars" bleibt einstweilen Zukunftsmusik.

© KNA/ Christian Michael Hammer (KNA)

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