Einfach nur den Himmel bestaunen
Intimer Abend bietet Einblicke in die Astronomie
P. Christoph Gerhard OSB und Uwe Schultheiß teilen schon viele Jahre ihre Leidenschaft für das Weltall. Der BuchBesuch in der Klosterbuchhandlung war trotzdem eine Premiere. Zum ersten Mal hielten sie gemeinsam einen Vortrag. Ein gelungener Auftakt: Das Publikum lauschte gebannt den Ausführungen der beiden. Diese reichten von persönlichen Anekdoten bis hin zu den großen philosophischen Fragen.
Der Abend startete mit Uwe Schultheiß. Der Schulleiter und Religionslehrer erzählte, wie bei ihm die Begeisterung für Sterne, Planeten und Galaxien entstand. Mondlandung, Serien wie „Raumschiff Enterprise“, aber auch das große Interesse an Science-Fiction in den 1970-er Jahren – all das spielte dabei eine Rolle. Hinzu kamen konkrete Ereignisse: der erste Blick durchs Teleskop auf den Saturn, der Halleysche Komet am Himmel oder 1999 die Sonnenfinsternis. Vor einigen Jahren reifte der Wunsch, die Leidenschaft an die eigenen Kinder weiterzugeben. Mit diesem Hintergrund entstand das Buch „Staunen lernen“, aus dem Uwe Schultheiß mehrfach am Abend vorlas.
P. Christoph brachte einen weiteren Aspekt ein. Naturwissenschaften auf der einen Seite, der Glaube auf der anderen – geht das? Für den Mönch kein Widerspruch. Als ein Beispiel führte er die Drake Gleichung an. Diese besagt, dass es entweder viele intelligente Zivilisationen in unserer Galaxie gibt oder wir tatsächlich allein sind. „In diesem Fall wären wir ein Glücksfall“, erklärte P. Christoph. „Schon das macht uns wertvoll. Daraus erwächst aber auch eine besondere Verantwortung, die wir für unserem Planeten haben.“ Ein weiteres Beispiel: die Andromeda-Galaxie ist 2,7 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Trotzdem lässt sie sich mit bloßem Auge erkennen. „Wie groß oder klein sind wir Menschen? Wie groß glauben wir Gott“, fragte P. Christoph mit Blick auf die beeindruckenden Relationen.
Spätestens hier wandelte sich der Vortrag in einen zwanglosen Austausch mit dem Publikum. Da ging es um die eingesetzten Teleskope, aber auch das wiedererwachte Interesse am Mond in der Raumfahrt. Die Referenten erklärten, was sich hinter einem schwarzen Loch verbirgt. Auch die Frage nach außerirdischem Leben wurde gestellt. Eine finale Antwort konnten P. Christoph und Uwe Schultheiß nicht liefern. Aber sie wiesen auf die enormen Dimensionen des Weltalls hin. So ist eine Botschaft von der Erde nach Proxima Centauri beispielsweise vier Jahre unterwegs. Beschaulicher fiel die letzte Empfehlung der beiden Experten aus. Viele spannende Beobachtungen lassen sich am Himmel ohne technische Ausrüstung machen. Mit etwas Leidenschaft lohnt es sich oft, einfach nur zu schauen.







