Zum Hauptinhalt springen

Aktuelles

Der Reichtum der Schöpfung

Hellste Perseide 2026

Im Römerbrief schreibt der Paulus einen wunderschönen Lobpreis auf den Schöpfer und seine Weisheit. Hier folgt eine Predigt im Zusammenhang mit den Sternen und ganz irdischen Schwierigkeiten dazu.

Lesungstext des Römerbriefes bei bibelserver.com: https://www.bibleserver.com/EU/R%C3%B6mer11%2C33

Schwestern und Brüder!

Paulus wird es einfach zu dick! Wir stehen im Römerbrief nach 11 Kapiteln, in denen er sich an der komplexen Situation der Gemeinde in Rom gewidmet hat. Es ging ihm in seinem Schreiben um die Verfasstheit in der wir Menschen leben: „Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will, das vollbringe ich.“ (Römer 7,19) Wie kommen wir als Menschen bloß aus diesen inneren Konflikten heraus?
Oder direkt vor der Stelle des Lobpreises hat er versucht zu verstehen und zu klären, weshalb sein Volk, die Juden, Jesus Christus nicht als den Messias angenommen haben. Er versucht darin den Willen Gottes zu verstehen und am Ende bleiben mehr Fragen als Antworten.

So fremd ist mir diese Situation nicht. Wie oft möchte ich meine Mitbrüder oder Mitarbeiter richtig verstehen und es will mir nicht wirklich gelingen? Und ich stehe vor dem Rätsel der Realität und denke mir? Wie jetzt?
Oder wie oft nehme ich mir vor in der einen speziellen Situation gelassen zu reagieren und ich werde dennoch zum Pulverfass?

Nicht weniger einfach wird es, wenn ich in die größere Kirche und Welt schaue. Was hindert uns als Kirche daran offener auf die Menschen in unserer Gesellschaft und ihre Situation einzugehen? Was steht uns im Wege, dass wir die selbstverständliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern, die in unserem Kulturkreis völlig normal ist, nicht umsetzen können? Und wie geht es dabei aber gleichzeitig die Kulturen anderer Völker zu respektieren?
Wie können die jahrzehntelangen Konflikte und Kriege in unserer Welt wirksam befriedet werden? Und welche nicht immer glorreiche Rolle spielt dabei unser Land und Europa? Dass sich doch verteidigen muss – ausgerechnet gegen die Schwächsten dieser Welt an seinen Außengrenzen. Und wo ist Gott bei all dem, der doch Hilfe bringen muss, gerade für die Schwächsten?

Wie Paulus kommen wir Menschen immer wieder an die Grenzen des Denkbaren, gerade wenn es um Gott geht. Und manchmal ist es dabei gar nicht so falsch, sein eigenes Bild von Gott in Frage zu stellen und IHM selbst die Chance zu geben, dass er sich auf neue Weise offenbart.
Meine Argumente bleiben lückenhaft, und meine Gedankengebäude sind brüchig und meine Fundamente geraten ins Wanken. Wenn man die Maßstäbe menschlicher Logik anlegt, bleibt vieles an Gott unverständlich, ja Gott selbst erscheint nicht verständlich, weil er eben Gott ist und kein Mensch – noch dazu nach dem Bild, das ich mir von ihm gemacht habe.
Ich kenne solche Momente, in denen mein Denken an Grenzen kommt und ich einfach nur weiß: Gott ist da. Trotz allem.

Und ich kenne auch die wunderbare Version dieses Erlebens, wenn ich unter dem Sternenhimmel stehe, die Lichtjahre hinter mir lasse, mein Blick sich weitet und Gott einfach groß sein lässt, viel größer sein lässt als es mein Herz und meine Gedanken es bislang zulassen konnten.
Dann stehe ich da und staune nur. Lasse die grandiose Schöpfung Gottes auf mich wirken und lasse mich von ihr her weit machen. Und wie bei Paulus im Römerbrief wird aus dem Staunen ein ein inneres Loben und das absolut sichere Erleben, dass Gott da ist und alles seinen Frieden und wir alle unseren Platz finden werden.

O Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Entscheidungen, wie unerforschlich seine Wege.
Denn aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist die ganze Schöpfung.
Ihm sei Ehre in Ewigkeit!

Amen.

Kommende Veranstaltungen