Der Pferdekopfnebel, IC434 und Barnard 33
Aus der Winterzeit lagen brillante Daten von Ralf Mündlein und Christian Lorey aus dem Sternbild Orion vor: der fotografisch attraktive Pferdekopfnebel. Visuell ist er nur in sehr guten Nächten mit mittleren bis größeren Teleskopen zu sehen. Für ein gutes Bild sollten längere Belichtungszeiten genommen werden.
Beide Voraussetzungen erfüllten unsere Fotografen: mit ihren 16" bzw. 20" großen Teleskopen haben sie eine gute Teleskope für das schwierige Objekt und verwandten einige Stunden Belichtungszeit, um das Rauschen im Bild zu minimieren. Die Bildbearbeitung der Einzelbelichtungen übernahm Ralf Mündlein. Seine Umsicht und Ästhetik ist in den Ergebnissen unerreicht.
Aus beiden Summenbildern wurde dann ein ganzes Bild entwickelt. Denn die Einzelbilder hatten jeweils ihre Schattenseiten: Einstreuungen des hellen Gürtelsterns des Orion, Alnitak, hellten bei der einen Summe das Bild sehr auf. Beim Summenbild von Christian Lorey waren es fehlende Details, die aufgrund schlechteren Seeings nicht abgebildet werden konnten. So ist die hier gezeigte Aufnahme eine Komposition aus den beiden Bildern, die ein eigenes "Kunstwerk" darstellt.

Physikalisch ist der Pferdekopfnebel ein Teil der großen Staub- und Gaswolke um die Gürtelsterne des Orion. Warmes Wasserstoffgas (3.000 K - 8000 K) leuchtet von Rot bis Magenta und wird für uns, mit einer davor stehenden kalten Staub- und Gaswolke (nur 15 K bis 100 K), in seiner charakteristischen Silhouette erkennbar. Im Nebel selbst herrscht eine große Dynamik und Bewegung. In einigen Tausend Jahren wird er vermutlich ein ganz anderes "Gesicht" haben.
Der gesamte Nebelkomplex im östlichen Orion steht im Zentrum vieler Forschungen, da sich in ihm gerade neue Proto-Sterne, Braune Zwerge und Planetensysteme bilden. Er erstreckt sich über mehrere Grad am Himmel. Der Flammennebel NGC 2024 gehört räumlich ebenso dazu. Der hellere Teil des Pferdekopfnebels trägt die Bezeichung IC 434 und der Dunkelnebel Barnard 33.
Das Bild ist das Motiv für den Januar 2027 im gerade entstehenden Astronomiekalender geworden. Demnächst mehr dazu!

